Warten muss wieder in sein.

Aktualisiert: Jan 3



Vorfreude ist die schönste Freude - aber immer seltener. In der heutigen Zeit werden die Bedürfnisse direkt befriedigt. Alles ist zu jeder Zeit verfügbar oder wird uns, online bestellt, bereits am nächsten Tag bis an die Haustür gebracht. Würde man die Haustür offen stehen lassen, käme der freundliche Paketzusteller sicher auch noch bis ans Sofa.


Gefühl der Zufriedenheit.

Wir müssen auf nichts mehr warten. Dadurch verlieren wir die Fähigkeit die Befriedigung unserer Bedürfnisse auch mal aufzuschieben, das Gefühl von Unbefriedigtsein zu ertragen und stattdessen das Gefühl der Zufriedenheit zu erreichen und zu genießen, was wir haben.


Lust auf ein neues Kleidungsstück - gibts online. Lust auf einen bestimmten Film - gibts digital. Lust auf Erdbeeren - gibts sowieso das ganze Jahr. Lust auf Kaiserschmarrn wie im Schiurlaub in Tirol - gibts auch hier. Sogar bei der Lust auf einen Luxusartikel, für den wir eigentlich kein Geld haben... nimmt man eben einen Kredit auf.


Warten ist sowas von out! 

Warten ist ein Zustand der kaum zu Ertragen zu sein scheint.


Wartende Menschen an der Bushaltestelle oder in der Schlange der Supermarktkasse, tippen in ihrem Smartphone herum: gibts was Neues in den Sozialen Medien oder mal eben was in die WhatsApp-Gruppe „droppen“, z.B. dass ich an der Kasse stehe. Wir werden zunehmend ruhelos.


Genüsslich reinbeißen.

Was ist mit der Vorfreude auf Weihnachten?

Es geht ja mit Lebkuchen & Co. schon los. Weihnachtsgebäck gibts bereits seit einer gefühlten Ewigkeit, ich weiß gar nicht genau seit wann das tatsächlich mitten im Supermarktgang herumsteht?


Bei mir jedenfalls gibt es Lebkuchen und Gewürzspekulatius erst am 1. Advent.


Ich habe den Kauf also über Wochen hinausgeschoben, lange auf diesen besonderen Genuß-Moment gewartet und mein Gehirn dabei viel Dopamin produziert, das ja bekanntlich glücklich macht. Ich würde mal behaupten, ich habe den Lebkuchen (ich mag vor allem den mit Schokolade), als ich dann endlich genüsslich reingebissen habe, viel intensiver genossen. 


Und wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, da habe ich mich viel doller auf Weihnachten gefreut und auch die Vorweihnachtszeit intensiver genossen.


Diese kindliche Vorfreude ist ja tatsächlich ein ganz wunderbarer Zustand, je älter wir werden, desto mehr droht dieser leider zu verflachen und wir verderben uns die angeblich so fröhliche und besinnliche Zeit auch noch mit stressiger Vorbereitung.  Ich schalte also lieber mal einen Gang zurück, nehme mir bewusst Zeit für meine Vorfreude und genieße dann auch in vollen Zügen.

Meine persönliche Liste „10x Weihnachts-Vorfreude“: *Auf die Autofahrt von Hamburg nach Hessen mit „Driving Home for Christmas“ von Chris Rea. *Auf Glühwein und Kartoffelpuffer auf dem Sternschnuppenmarkt in Wiesbaden. *Auf lange Spaziergänge mit Fiete, dem Hund von meiner Mutti. *Auf das traditionelle Treffen mit meinen besten Freundinnen am Abend des 23. Dezember. *Auf gemeinsames Kochen mit meiner Mutti am 24. Dezember. *Auf den Heiligen Abend im Kreise der Familie mit traditionellem Überraschungs-Menü, zu dem jeder etwas Besonderes kocht. *Auf einen entspannten Sauna-Abend. *Auf den Besuch bei einer Freundin in ihrer neuen Wohnung. *Auf Lesezeit im Ohrensessel vor dem Kaminfeuer. *Auf Schrottwichteln am „3. Feiertag“ mit meinen Cousinen. In diesem Sinne: genießt die schöne Zeit!

Herzlichst, Martina


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 2018 © Martina Fellinger 

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