Über das Sammeln von Erinnerungen.

Aktualisiert: 25. Feb 2019



Vergangene Woche hatte ich eine ganz wundervolle gemeinsame Zeit mit meiner Familie = Mama, Schwester, Schwager und meine beiden Neffen. Wir hatten uns Tage-, gar Wochen-, sogar Monate-lang auf diese kleine Reise gefreut und jetzt ist sie schon wieder Vergangenheit. Ich habe mir eine Packung englischen Tee mitgebracht, aber mein schönstes Souvenir sind die vielen schönen Erinnerungen die für ewig bleiben.

Ich bin eine leidenschaftliche Sammlerin von Erinnerungen.

Streng genommen ist ja jeder Tag, alles was geschieht, alles vergangene „Erinnerung". Aber welche Erlebnisse bleiben im Gedächtnis, an welche erinnern wir uns auch Jahre später noch und das gern?


Es sind die Erlebnisse die uns emotional berühren, uns ans Herz gehen.

Diese Erlebnisse sind mit unserem Gedächtnis verankert. Anker können natürlich Fotos sein, aber auch ein Kuscheltier, Omis alte Backform, ein Kleidungsstück, ein Schmuckstück, Lieder oder der Duft nach frisch gemähten Gras. Diese Anker erzeugen in Sekundenschnelle Bilder im Kopf und Bilder haben eine wahnsinnige Magie denn sie erzeugen Emotionen. Wir können also mit ganz bestimmten Ankern wohltuende Erinnerungen und gute Gefühle auslösen. Ich nehme mein Kuscheltier in den Arm und fühle mich in die Kindheit zurückversetzt, ich backe einen Kuchen und denke dabei an meine Omi, ziehe das Kleid an aus dem Urlaub in Positano, trage den Freundschaftsring aus Studienzeiten, beame mich mit „Sittin’ on the dock of the Bay“ gedanklich nach Australien und beim Duft nach frischem Gras zurück in die Schulferien…


"Die Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem wir nicht vertrieben werden können." (Jean Paul)

Ich habe ein "Schöne Momente-Glas" im Regal stehen. Ich schreibe all die schönen Momente eines jeden Jahres auf kleine bunte Zettel, diese pack ich in das Glas hinein und am Silvestertag hole ich sie feierlich wieder heraus und erinnere mich an all die schönen Momente des vergangenen Jahres und durchlebe sie so ein zweites Mal.

Natürlich erinnern wir uns auch oft schmerzlich an Vergangenes zurück. Ich habe meinen ganz persönlichen Weg gefunden mit solchen Erinnerungen umzugehen, denn auch sie gehören zum Leben und zu mir dazu.

Forscher haben übrigens herausgefunden dass ungefähr 70% der stärksten Erinnerungen sich auf das erste Lebens-Drittel beziehen und je mehr wir erinnern, desto länger erscheint im Rückblick dieser Zeitraum. Mit zunehmendem Alter hingegen erscheinen die Jahre immer schneller zu vergehen, weil je älter wir werden, desto weniger Pioniererfahrungen machen wir, desto weniger Überraschungen erleben wir und desto schneller vergeht somit gefühlt die Zeit - sie rauscht quasi an uns vorbei und jedes Jahr steht Weihnachten nochmal schneller vor der Tür. Im Urlaub hingegen fühlen sich die wenigen Tage viel länger an als zu Hause wo wir unserem gewohnten Alttag nachgehen. Da nunmal der Alltag überwiegt, sollten wir ihn uns so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Schon kleine Änderungen im Tagesablauf können große Wirkung haben.


Stehe morgens zum Beispiel mal etwas früher auf und mach einen kleinen Morgen-Spaziergang, frühstücke anstatt das übliche Marmeladen-Brot ein Bircher-Müsli, nimm einen anderen Weg ins Büro, setz Dich in der Mittagspause auf eine Parkbank und lese ein Buch, bestell beim Italiener eine andere Pizza, trau Dich auch mal in die Oper und such Dir für den nächsten Stadt-Bummel mit der Freundin einen unbekannten Stadtteil aus, mache einen Töpfer-Kurs, lerne eine neue Sprache oder ein Musik-Instrument oder oder oder…


It's up to you!

Herzlichst, Deine Martina


PS: Danke N. für den hübschen Kronenkorken...!

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 2018 © Martina Fellinger 

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